MCE für „Sprung über die Emscher“ mit Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues 2026 ausgezeichnet

Ort: Castrop-Rauxel, Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber: Emschergenossenschaft
Baustart: 2021
Gesamtlänge der Brücke: 412 Meter
Gewicht der Stahlkonstruktion: 900 Tonnen
Bauende: 2023

Das mehrfach ausgezeichnete Brückenprojekt der MCE überzeugte dieses Jahr beim Stahlbaupreis in der Kategorie Brückenbau. Die Jury würdigte insbesondere die hohe Ausführungsqualität des Stahlbaus sowie die anspruchsvolle Montage der komplexen Konstruktion.

 

Am 17. September 2026 wurden im Rahmen des 42. Deutschen Stahlbautags in Bielefeld die Preise des Deutschen Stahlbaues für herausragende Ingenieurskunst und architektonische Innovation vergeben. In der Kategorie Brückenbau ging der begehrte Preis an die DKFS und die Schüßler-Plan GmbH für die 412 Meter lange Brücke „Sprung über die Emscher“ in Nordrhein-Westfalen. Das HABAU GROUP Konzernunternehmen MCE GmbH verantwortete dabei den Stahlbau des mehrfach ausgezeichneten Projekts.

 

Die Fuß- und Radwegbrücke verbindet zwei wichtige Rad- und Wanderwege zwischen Castrop-Rauxel und Recklinghausen. In einer markanten Doppel-S-Form überquert sie zweimal die Emscher und einmal den Rhein-Herne-Kanal. Dafür wurden insgesamt rund 900 Tonnen Stahl verbaut. Ihre charakteristische Form erinnert an einen Bogen mit gespanntem Pfeil und gab dem Bauwerk den Beinamen „Silver Arrow“.

 

Hohe Ausführungsqualität im Fokus der Jury

Die besondere Geometrie stellte besonders hohe Anforderungen an Planung, Fertigung und Montage. Die mehr als 400 Meter lange Ganzstahlkonstruktion wurde vollständig computergestützt modelliert, um Tragverhalten und Materialeinsatz zu optimieren. Prägend für das Erscheinungsbild ist der entgegen der Krümmung geneigte Pylon mit zwei verdrillten Zügelgurten aus Flachstahl. Diese tragen das 108 Meter lange Flussfeld sowie das angrenzende, 89 Meter lange Innenfeld.

 

Gerade die Umsetzung dieser komplexen räumlichen Geometrie hob die Jury bei ihrer Beurteilung hervor. Gewürdigt wurden ebenso die hohe Ausführungsqualität des Stahlbaus sowie die anspruchsvolle Montage mit Schwimmkran und sorgfältig vorverdrillten Zügelgurten.

 

„Die Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung für die hohe technische Kompetenz, die in diesem außergewöhnlichen Brückenbauwerk steckt. Gerade bei einer derart komplexen Geometrie kommt es auf Präzision in jedem Arbeitsschritt an. Dass die Qualität der Ausführung von der Jury besonders hervorgehoben wird, freut uns daher umso mehr. Mein Dank gilt unserem MCE-Team und allen Projektpartnern für die erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Hubert Wetschnig, CEO der HABAU GROUP.

 

Anspruchsvolle Montage über Wasser

Ein besonderer Meilenstein während der Bauarbeiten war das Einschwimmen eines rund 70 Meter langen und 105 Tonnen schweren Brückenteils über den Rhein-Herne-Kanal. Das Bauteil wurde mithilfe eines Schwimmkrans millimetergenau in seine endgültige Position gebracht. Die Stahlpfeiler der semiintegralen Brücke sind monolithisch mit dem Überbau verbunden. Die Konstruktion verbindet damit die charakteristische Form des Bauwerks unmittelbar mit den statischen Anforderungen.

 

Für die MCE ist es nicht die erste Auszeichnung für den „Sprung über die Emscher“: Bereits 2023 überzeugte das Projekt beim SOLID Bautechpreis und wurde in der Kategorie „International“ prämiert. Der Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues 2026 unterstreicht nun erneut die besondere planerische und technische Qualität des Brückenbauwerks.