MCE gewinnt Stahlbaupreis 2025 für Stadtbahnbrücke in Düsseldorf

Auftraggeber: Landeshauptstadt Düsseldorf
Ort: Düsseldorf, Deutschland
Gewicht der Stahlkonstruktion: 4.915 Tonnen
Brückenlänge: 441 Meter
Bauzeit: 2020 bis 2024

Zum zehnten Mal wurde der Stahlbaupreis für herausragende Ingenieurskunst und architektonische Innovation vergeben. In der Kategorie Infrastruktur konnte sich das ProjektU81 Stadtbahnbrücke über den Nordstern, Düsseldorf“ von MCE durchsetzen.

 

Im Rahmen des 34. Österreichischen Stahlbautages in Graz wurde der Österreichische Stahlbaupreis 2025 verliehen. Eine hochkarätige Fachjury wählte aus insgesamt 21 eingereichten Projekten die besten Leistungen im Stahlbau aus. Das HABAU GROUP Konzernunternehmen MCE GmbH gewann in der Kategorie Infrastruktur den Preis für die U81 Stadtbahnbrücke über den Nordstern in Düsseldorf.

 

Die Jury hob dabei besonders die außergewöhnliche gestalterische und technische Herausforderung hervor, eine im Grundriss stark gekrümmte Eisenbahnbrücke über mehrere Felder zu realisieren. Die Entscheidung für ein zentrales, gekrümmtes Fachwerk wurde als Ausdruck eines konsequenten Gestaltungswillens und als herausragende Ingenieurleistung gewürdigt.

 

„Diese Auszeichnung ist eine großartige Anerkennung für die technische Spitzenleistung und Innovationskraft unseres Teams“, so Hubert Wetschnig, CEO der HABAU GROUP. „Die Stadtbahnbrücke in Düsseldorf zeigt eindrucksvoll, wozu moderne Ingenieurskunst im Brückenbau heute fähig ist. Mein Dank und meine herzliche Gratulation gelten allen Beteiligten, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Wir sind stolz, Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein.“

 

Eine Brückenkonstruktion der Extraklasse

Die neue U81-Stadtbahnbrücke ist 441 Meter lang und überspannt den stark frequentierten Verkehrsknoten „Nordstern“ in Düsseldorf. Sie verbindet den Flughafen direkt mit dem Stadtbahnnetz und verbessert so den öffentlichen Nahverkehr in der Region deutlich. Die Brücke beschreibt dabei eine markante 90-Grad-Kurve und überquert mehrere Verkehrswege: eine sechsspurige Autobahn, eine vierspurige Schnellstraße, vier Zu- und Abfahrtsrampen, einen Kreisverkehr, eine Fußgängerbrücke sowie die Gleise der Rheinbahn. An einigen Stellen verlaufen künftig bis zu vier verschiedene Verkehrswege übereinander. Aufgrund ihrer Länge und der flexiblen Bauweise reagiert die Brücke spürbar auf Temperaturschwankungen – sie dehnt sich aus oder zieht sich zusammen und funktioniert damit wie eine „atmende Brücke“.

 

Auch technisch setzt das Brückenbauwerk neue Maßstäbe: Es wurde als semi-integrales Tragwerk ausgeführt, bei dem der Überbau fest mit den beiden Widerlagern verbunden ist, während er auf fünf Zwischenstützen beweglich aufliegt. Die Tragkonstruktion wird von einem zentralen, massiven Fachwerkträger in der Brückenachse getragen. Beidseitig davon angeordnet befinden sich die Fahrbahnen für die beiden Stadtbahngleise.

 

Um die Auswirkungen der Brückenbaustelle auf die vorhandene Infrastruktur so gering wie möglich zu halten, wurde der Großteil der Brücke in rund 50 Meter langen Segmenten hinter dem späteren Widerlager Achse 70 vormontiert. Anschließend wurde das Bauwerk mittels Taktschiebeverfahren in seine endgültige Position verschoben. Ein von MCE eigens entwickeltes Montagekonzept mit einem 40 Meter langen Vorbauschnabel ermöglichte es, Spannweiten von bis zu 81 Metern frei auskragend zu überbrücken – ganz ohne die ursprünglich geplanten Hilfsstützen. Der eigentliche Verschub erfolgte über Stahllitzen, die am Widerlager verankert und mit Litzenhebern am Brückenende verbunden waren. Durch das kontrollierte Ziehen an den Litzen wurde das Tragwerk Stück für Stück vorgeschoben. Der Abschnitt zwischen Widerlager 10 und Pfeiler 20 wurde auf Traggerüsten in Endlage montiert.