HABAU GROUP: Europäische Pionierleistung im Re-Recycling ausgezeichnet

Tag für Tag befahren tausende Fahrzeuge den Autobahnabschnitt Mondsee–Thalgau zwischen Oberösterreich und Salzburg. Die hohe Verkehrsbelastung machte ab 2023 eine umfassende Sanierung erforderlich. Dabei realisiert die ARGE aus HABAU GROUP und Asamer Kies- und Betonwerken im Auftrag der ASFINAG erstmals ein Projekt mit konsequentem Re-Recycling der bestehenden Betondecke. Bereits bei der ersten Generalsanierung vor mehr als 30 Jahren war der Beton wiederverwertet worden – nun wurde dieser nachhaltige Ansatz weitergedacht und erneut erfolgreich umgesetzt. Für diese Pionierleistung wurde das Projekt von der EUPAVE (European Concrete Paving Association) in Brüssel ausgezeichnet.

 

„Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau bedeutet für uns, ressourcenschonende Eingriffe umzusetzen, die Materialverbrauch und graue Emissionen minimieren“, so HABAU GROUP CEO Hubert Wetschnig. „Wir setzen auf langlebige, wiederverwendbare Materialien und schließen Kreisläufe, indem wir Baumaterialien recycelbar machen. Digitale Planungstools wie BIM helfen uns dabei, den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks nachhaltig zu gestalten. Von der Materialwahl bis zur Zusammenarbeit mit regionalen Partnern übernehmen wir Verantwortung. Denn wir wollen nicht nur Bauwerke errichten, sondern Werte für Generationen schaffen.“

 

Neue Maßstäbe für Kreislaufwirtschaft am Bau

Bereits 1991 setzte die HABAU GROUP im Abschnitt Thalgau–Schmittenhäusl der A1 West Autobahn mit dem vollständigen Recycling der bestehenden Betondecke einen technologischen Meilenstein im europäischen Betonstraßenbau. Die damalige Umsetzung markierte nicht nur die erste von der HABAU GROUP mit eigenem Betondeckenfertiger hergestellte Betonfahrbahn, sondern leitete auch einen grundlegenden Paradigmenwechsel ein: Die bestehende Autobahninfrastruktur wurde erstmals systematisch als sekundäre Rohstoffquelle verstanden und genutzt. Damit wurde das Prinzip der Kreislaufwirtschaft im Betonstraßenbau bereits Jahrzehnte vor seiner regulatorischen Verankerung praktisch umgesetzt.

 

Die aktuelle Generalsanierung der A1 West Autobahn im Abschnitt Mondsee–Thalgau knüpft unmittelbar an diese frühe Pionierleistung an und setzt neue wissenschaftlich-technische Maßstäbe. Erstmals in Europa wird eine Betondeckenautobahn re-recycelt: Beton, der bereits aus Recyclingmaterial hergestellt wurde, wird erneut aufbereitet und zu hochwertigem Fahrbahnbeton verarbeitet. Damit wird die bislang überwiegend theoretisch postulierte Mehrfach-Kreislauffähigkeit des Baustoffs Beton erstmals unter realen, großmaßstäblichen Bedingungen empirisch nachgewiesen.

 

Die Umsetzung dieses Re-Recyclings stellte höchste Anforderungen an Planung, Materialtechnologie und Bauausführung. Sie erforderte tiefgehendes ingenieur- und materialwissenschaftliches Know-how, eine präzise Anpassung der Betonzusammensetzung an die Eigenschaften der mehrfach aufbereiteten Gesteinskörnung sowie eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber, Auftragnehmer, Prüfinstituten und Betonherstellern. Nur durch diese integrative Projektorganisation konnten die hohen Anforderungen an Dauerhaftigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Regelwerkskonformität zuverlässig erfüllt werden.

 

Europäische Auszeichnung für Re-Recycling

Für diese europaweit einzigartige Innovationsleistung wurde das Projekt im Dezember 2025 von der EUPAVE in Brüssel mit dem „Outstanding Project Award“ ausgezeichnet.

 

Die systemische Bedeutung dieses Projekts reicht weit über den betrachteten Autobahnabschnitt hinaus. Es zeigt, dass Betonfahrbahnen langlebige Infrastrukturelemente sind, die zugleich als langfristige urbane Materiallager fungieren können. Das erfolgreiche Re-Recycling schafft die Grundlage, um künftig Millionen Tonnen bestehender Betondeckenfahrbahnen erneut stofflich zu verwerten, den Bedarf an primären Rohstoffen signifikant zu reduzieren und CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus deutlich zu senken.

 

„Diese Auszeichnung bestätigt, dass unser Ansatz, technologische Innovationskraft mit konsequentem Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu verbinden, der richtige ist. Das Projekt steht exemplarisch für die Innovationskontinuität der HABAU GROUP und setzt einen neuen europäischen Maßstab für einen zukunftsfähigen, kreislauforientierten Betonstraßenbau. Umso mehr freut es uns, diese Anerkennung gemeinsam mit unseren Projektpartnern erhalten zu haben“, so Wetschnig abschließend.